Alles bleibt anders

Du wirst heute etwas erfahren, was Dich vielleicht überraschen wird. Seit 18 Jahren bin ich beruflich in der "IT" unterwegs. Blicke ich zurück, dann ist es schon Wahnsinn, was ich alles ausprobieren und erleben durfte! Blicke ich voraus, freue ich mich auf das was da noch alles kommen wird. Zwischen diesen beiden Zeitebenen spielt die heutige Folge.


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Den Einstieg in diese Folge zu finden, fällt mir gerade nicht leicht. Ich habe eine Neuigkeit, die Dich vielleicht überraschen wird.

Ich werde Dir heute einen Rückblick auf meine 13 Monate als CIO geben und Dir erzählen, was das mit dem Titel „Alles bleibt anders“ zu tun hat.

Vor 10 Jahren bin ich von Kunden- auf Beraterseite gewechselt. Davor war ich knapp 5 Jahre für die IT-Tochter eines deutschen Paketdienstleisters tätig.

Ich hatte dort angefangen, um für dessen knapp 3.000 Menschen an 11 Standorten eine Infrastruktur aufzubauen und das Unternehmen it-technisch aus dem Konzern zu lösen.

Ein Projekt mit allem Drum und Dran: Konzeption, Aufbau, Konfiguration und natürlich mit Nutzern, die von der Trennung überhaupt nicht begeistert waren. Und jeder Menge hart kodierter Netbiosnamen in Applikationen.

Ein richtig schönes Projekt und der Auftakt zu einer sehr interessanten Zeit.

Nach dem Abschluss haben wir das alles betrieben. Mein Job war es dann, mich mit unserem Provider auseinanderzusetzen. Auch ein ehemaliges Staatsunternehmen. Heute würde man die Tätigkeit als Providermanagement bezeichnen. Den Begriff gab es damals noch nicht.

Dazu kamen Projekte vor allem im Security Bereich und der Trennung der IT-Organisation in einen Demand- und Supply-Seite.

Ich selber bin beim CIO auf der Demand Seite geblieben. Die Supply-Seite hat versucht ITIL einzuführen. Für mich bedeutete das, Services zu definieren, SLAs und OLAs zu erstellen.

Zum Schluss kam dann das Merger mit zwei anderen Paketdienstleistern, das mich für knapp 1,5 Jahre in internationale Projekte verschlagen hat. Es galt aus vier IT-Organisationen eine zu formen und Dienste ins Rechenzentrum zu migrieren.

Rückblickend habe ich vor allem die Projekte mit meinen Kollegen aus Tschechien, USA und Malaysia genossen. Die unterschiedlichen Mentalitäten sind für mich als durchaus direkter und vor allem ehrlicher Mensch, sehr spannend.

Besonders beeindruckend fand ich, dass ich meist nach zwei, drei Tagen auch angefangen habe, englisch zu träumen.

Seitenwechsel

Dann war es Zeit für eine Veränderung. Der Wechsel vom Kunden zum Anbieter.

Schon damals habe ich mir fest vorgenommen, wieder den Weg zurück zu gehen und irgendwann mal als CIO wieder auf Kundenseite zu stehen.

Es war gerade die Zeit, in der VMware mit Virtualisierung in den Markt eintrat. Wir hatten uns damit intensiv beschäftigt. Bei meinem neuen Arbeitgeber – einem Systemhaus – war meine Aufgabe der Aufbau der Geschäftsfelder Virtualisierung und Sicherheit.

Das spannende war, wie schon vorher, die ständige Abwechslung. Neben den klassischen Tätigkeiten eines Consultant (Beratung vor und im Projekt, Schreiben von Konzepten, Ausprobieren neuer Technologien und die Zusammenarbeit mit den Herstellern), war ich auch viel mit der Entwicklung des Geschäftsmodells, Marketing, Vertrieb und Ausbildung meiner Kollegen beschäftigt.

Die Abwechslung und Vielseitigkeit meiner Aufgaben ist für mich ein ganz wichtiger Punkt.

Dementsprechend habe ich mich nicht auf Virtualisierung und IT-Security beschränkt, sondern meine Kunden umfassend beraten. Dazu gehörten IT-Strategie, Betriebsprozesse, organisatorische Fragestellungen und natürlich immer die Wirtschaftlichkeit.

Irgendwann kam dann mein Geschäftsführer auf mich zu und bot mir an, den Bereich der eigenen Produkte zu übernehmen.

Jetzt aber, ITSM

Das Systemhaus hatte und hat Produkte im Bereich IT-Servicemanagement. Vornehmlich die Themen Dokumentation, CMDB, Monitoring und Business Service Management.

Unter der Prämisse, zum Produktgeschäft ein Consultinggeschäft aufzubauen, habe ich die Leitung des Geschäftsbereiches übernommen.

Zu meinem Geschäftsbereich gehörte die Entwicklung der eigenen Software. Somit durfte ich hautnah erfahren, was bei der Anwendung von Scrum, Kanban und anderen agilen Methoden so alles schief gehen kann.

Ich durfte lernen, was es bedeutet als Insel in einem klassischen Unternehmen mit klassischen Projektverständnis iterative Softwareentwicklung umzusetzen.

Auch habe ich in der Zeit verschiedenste Transformationsprozesse initiiert und begleitet, um das Geschäft auf- und auszubauen. Marketing, Vertrieb und das Geschäftsmodell selber, waren meine Aufgaben. Genauso wie die Führung meines bunten Teams aus Entwicklern, Beratern und Verkäufer.

Im Prinzip alles neben dem Consulting. Waren vorher Betriebsprozesse nur ein Teil meiner Projekte, so drehte es sich ab diesem Zeitpunkt viel mehr um ITSM-Prozesse, CMDB, Servicekatalog und Business-Service-Management. Für mich inzwischen viel spannender als die Technik dahinter.

Ich durfte viele Organisationen auf ihrem Weg begleiten. Ich habe immer wieder gelernt, was funktioniert und was funktioniert nicht. Und ich habe gelernt, dass das bei jedem Kunden etwas anderes sein kann.

Stark geprägt

In der Zeit ist mein Motto entstanden: „So viel ITIL wie nötig, so viel gesunder Menschenverstand wie nur möglich.“

Und dazu stehe ich nach wie vor! Und Du kannst ITIL durch jedes andere Framework ersetzen.

Keine Best Practice, Framework oder was auch immer nimmt uns die Adaption auf die konkrete Situation ab. Wer behauptet, man können ITIL, Scrum, Agilität oder DevOps einführen, der lügt.

In den 9 Jahren im Systemhaus wurde mein Drang nach Abwechslung durch die Projekte und den internen Wechsel gut bedient.

Dann war es irgendwann soweit, dass es mich wieder nach Neuem dürstet. Zufällig ergab sich die Gelegenheit bei meinem aktuellen Arbeitgeber einzusteigen.

Wieder zurück

Die Aufgabe war einfach zu verlockend: Die IT für 20 Unternehmen im Konzern aufzubauen. So aufzubauen, wie ich mir das vorstelle: Basierend auf definierten Business-Services mitsamt Katalog, Finanzierung über den Verkauf der Services und Projekten und damit ohne Budget, als Service Broker und natürlich als ersten Ansprechpartner für die Fachbereiche in Sachen Prozesse und Digitalisierung.

Da ich eh den Plan hatte, also CIO wieder auf die Kundenseite zurückzukehren, habe ich die Gelegenheit zum 1. April letzten Jahres war genommen. Das von Anfang bis Ende umsetzen, was ich bisher immer nur in Teilen in einzelnen Projekten realisiert habe.

Ich habe sehr schnell festgestellt, dass es sehr von Vorteil ist, aus jedem Dorf einen Hund zu kennen. Dadurch, dass ich in vielen verschiedenen Bereichen der IT tätig war, habe ich aus all den verschiedenen Bereichen Wissen und Expertise.

Ich bin sicher nicht der Experte für Windows und Exchange, dennoch kann ich soweit mitreden, dass ich von den Spezialisten mit denen ich arbeite, akzeptiert werde. Und so ist das bei mir glücklicherweise in ganz vielen Teildisziplinen der IT. Dazu noch aus Projektmanagement, Führung, Vertrieb, Marketing, Prozessen und Veränderungsmanagement.

Rückblickend schon Wahnsinn, was ich bisher alles ausprobieren und lernen durfte. Ein Dank an alle, die mir das ermöglicht haben!

Zurück zur meiner aktuellen Rolle als CIO.

13 Monate CIO

Was ist in dem Jahr passiert? Darüber habe ich Dir zweimal berichtet (hier und hier). Lass es mich mal zusammenfassen:

Gestartet bin ich mit einem Audit, um zu sehen, was es denn so alles gibt und wie zukunftsträchtig die Umgebung ist. Dazu zählte natürlich auch die Aufklärung der Kosten aus dem Vorjahr.

Beides war dann der Ausgangspunkt für die mittelfristige Planung. Als Ziel hatte ich mir gesetzt, dass die erste Version des Servicekatalogs zum 1.1.2017 live geht. Dass meine Organisation die komplette IT für die fünf Hauptgesellschaften übernimmt. Und alles entsprechend nach Verbrauch abgerechnet wird.

In den knapp 7 Monaten war also eine ganze Menge zu erledigen:

  • Services definieren, beschreiben, die SLAs vereinbaren und den Preis kalkulieren
  • Prozesse mit den Kollegen zusammen beschreiben oder besser gesagt, die Zusammenarbeit im Operativen miteinander vereinbaren
  • für die Lieferanten die Regeln aufstellen, neue Verträge verhandeln und in die Betriebsprozesse integrieren
  • das Team zusammenstellen, Teambuildung befördern und die Kollegen in die Holding übernehmen
  • Vertrag erstellen und mit den zukünftigen Kunden abschließen
  • und sicher noch viele andere Dinge, die ich schon wieder vergessen habe

Dazu habe ich mir einen Lenkungsausschuss an die Seite geholt, der den gesamten Prozess begleitet. Dieser ist mit den Geschäftsführern der Kunden besetzt. Dadurch sind diese immer aktuell informiert und können wichtige Entscheidungen mittreffen. Das war hilfreich.

Neben dem strategischen Projekt waren viele kleine Baustellen zu lösen oder wenigstens zu stabilisieren.

Die ersten Projekte ließen nicht auf sich warten. Durch diese fand ich sehr schnell den Einstieg in die Prozesswelt meiner Kunden.

Business-Projekte

Das Ziel 1.1.2017 haben wir erreicht und seitdem läuft die zentrale IT ziemlich gut. Sicher, es gab eine ganze Reihe von Störungen, auf die wir gern verzichtet hätten, aber sonst wäre es langweilig. Oder? 😉

Im Bezug darauf ist momentan meine größte Herausforderung, dass ich versuche Investitionen zu vermeiden, da die aktuelle technische Plattform nicht zukunftsträchtig ist. Das birgt einige Risiken, wie Du Dir vorstellen kannst.

Inzwischen arbeite ich vor allem mit Projekten an der Digitalisierung des Unternehmens nach innen. Es ist schon sehr viel an Grundlage da. Es wird nur viel zu inkonsequent und vor allem unter den Möglichkeiten der Lösung genutzt.

Gleichzeitig ist etwas ganz interessantes passiert.

In jedes Projekt starte ich mit der Bitte, dass man mir erklärt, wie denn genau gearbeitet wird. Also, ich möchte den Prozess kennenlernen und schauen, wie dieser unterstützt werden kann.

Dieses Vorgehen wurde sehr schnell akzeptiert und ist jetzt Standard. Es geht sogar ein Stück weiter: Ich bin von einem Unternehmen gebeten worden, die Moderation und Begleitung eines reinen Prozess-Optimierungsprojekt zu übernehmen.

Darüber habe ich mich sehr gefreut. Es zeigt, dass die stringente Ausrichtung am Kundengeschäft durch die Unternehmen geschätzt wird.

Daraus ergeben sich natürlich auch wieder Projekte, um die IT-Unterstützung zu optimieren. Ganz klar.

Du hörst, ein nach wie vor ein spannendes Geschäft. Ich habe viel Freude, manchen Frust und auch eine ganze Menge um die Ohren.

Bei all dem Positiven, Du wirst es mir nicht glauben, es fehlt mir etwas.

Etwas fehlt

Vorhin habe ich folgendes gesagt: „Die Abwechslung und Vielseitigkeit meiner Aufgaben ist für mich ein ganz wichtiger Punkt.“

Die Vielseitigkeit ist auf jeden Fall gegeben. Etwas mehr Abwechslung könnte ich schon vertragen. Abwechslung im Sinne neuer Kunden und damit ganz anderer Herausforderungen.

Das ließe sich noch verschmerzen. Da ist noch ein weiterer Punkt: Es fehlt mir meine Erfahrung und mein Wissen weiterzugeben. Nicht nur für Dich hier im Podcast, sondern direkt in Projekten bei Kunden.

Ich habe das jedes Mal ganz deutlich gemerkt, wenn ich auf einer Veranstaltung gesprochen habe und danach mit den Zuhörern ins Gespräch gekommen bin.

Das fehlt mir echt. Auf der anderen Seite möchte ich meine Tätigkeit als CIO gar nicht missen.

Also, was liegt näher als beide Tätigkeiten zu verbinden. CIO und Berater in einer Person.

Du sagst, das geht nicht? Glücklicherweise doch.

Ich habe meine Arbeitszeit als CIO halbiert und die andere Hälfte der Zeit arbeite ich wieder als Berater.

Praktisch darfst Du Dir das so vorstellen, dass ich eine Woche Berater bin und eine Woche IT-Leiter. Immer im Wechsel. Das läuft jetzt seit zwei Monaten und hat sich schon einigermaßen eingespielt.

Und ich habe den doppelten Spaß!

Schon davor hatte ich einige Kunden, die ich vor allem Remote bei Ihrer Arbeit unterstützt habe. Das kann ich jetzt wieder ausbauen und direkt vor Ort in Projekten tätig werden.

Ich bin dabei nicht allein, sondern arbeite zusammen mit Peter Bergmann und Dr. Peter Samulat (LINK) im Institut für digitale Transformation – kurz idt. Du findest uns im Internet unter www.transformation-it.de

Digitalisierung

Der Name ist dabei Programm: Wir unterstützen Unternehmen bei der konkreten Ausgestaltung des Buzzword Digitalisierung.

Für mich eine logische Erweiterung meines bisherigen Tätigkeitsfeldes. Digitalisierung ist das neue Schlagwort. Es bedarf wie bei ITIL, Scrum und was weiß ich nicht einer konkreten Ausgestaltung für die Unternehmen.

Genau das bieten wir für die verschiedenen Handlungsfelder. Es geht in den Projekten um folgende Themen:

  • lukrative, digitale Geschäftsmodelle mit den Kunden zu finden und aufzubauen
  • Optimierung der Geschäftsprozesse und der unterstützenden IT
  • Entwicklung einer Service-Providingstrategie
  • Definition von Diensten, Aufbau von Servicekatalog und Verrechnungsmodellen
  • IT-Strategie
  • Geschäftsmodelle für interne und externe Service Provider

Somit sprechen wir sowohl IT-Abteilungen als auch Geschäftsführer von Unternehmen mit unseren Leistungen an. Projekte für digitale Geschäftsmodelle, werden auch immer die Frage nach den Serviceprovidingstrategie diskutieren, da Digitalisierung ohne Service Brokerage und Services nicht funktionieren wird.

Ich selbst habe momentan drei Projekte. Bei zwei dreht es sich um den Servicekatalog und die Definition der Services, sowie die Verrechnung. Im dritten Projekt begleite ich ein Unternehmen bei der Dokumentation der Abhängigkeiten von Prozessen, Menschen und IT mit Hilfe von OBASHI.

Die drei Projekte haben eine Gemeinsamkeit: Ich bin nicht der, der die ganze Arbeit macht, sondern ich versetze die Kunden in die Lage, die Arbeit selbst durchzuführen. Wir wissen, dass der klassische Ansatz: Lass das mal die Berater machen häufig nicht funktioniert. Das neue verankert sich nicht in der eigenen Organisation.

Genau das adressiere ich in den drei Projekten: Ich bin Quasi der Coach. Der, der den Prozess begleitet und den Menschen hilft, die Aufgaben selbst zu erledigen. Das geschieht durch die Vermittlung von Wissen, Moderation des Prozesses und Feedback zu den Ergebnissen. Das funktioniert sehr gut und die Kunden sind zufrieden.

Du kannst mich buchen

Weißt Du was das Beste an der Kombination ist? Es ist das Wechselspiel zwischen Umsetzungspraxis als CIO und der Weitergabe der Erkenntnisse an andere Kunden. Ideen, die ich entwickle, kann ich sofort ausprobieren und dabei lernen. Danach kann ich damit anderen Unternehmen helfen, bei der Digitalisierung schneller voranzukommen.

Wenn Du jetzt denkst: „Cool Robert, ich wollte schon immer mal mit Dir zusammenarbeiten.“ Dann lass uns mal drüber reden. Entweder Du schreibst mir eine eMail an robert@different-thinking.de oder Du gehst auf https://different-thinking.de/bookme – dort kannst Du Dir direkt einen Termin für ein erstes Telefonat buchen.

Ich bin gespannt, wie es die nächsten Monate weiter geht! Du wirst es hier im Podcast erfahren! Bis dahin wünsche ich Dir eine tolle Zeit!

Bildquellen/Copyright:

Robert Sieber
 

Ich bin IT-Leiter in einer mittelständischen Firmengruppe. Für mich steht der tatsächliche Nutzen für das Unternehmen im Vordergrund meines Handelns - neudeutsch: Business-Alignment. Ich nenne es lieber geschäftsfokussiertes IT-Management. Gespräche und Kontroversen inspirieren mich zu neuen Beiträgen, um meine Sicht auf die Dinge zur Diskussion zu stellen. Methoden sind Werkzeuge - frei nach meinem Motto: "So viel ITIL wie nötig, so viel gesunder Menschenverstand wie möglich."

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