Rückblick auf den itSMF Kongress 2013 | different-thinking
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Rückblick auf den itSMF Kongress 2013

#itsmfuture war das Motto und der Hashtag des itSMF Jahreskongress 2013 in Kassel. Es sollte mein erster Kongress sein – ich war gespannt. Ich war nicht als Besucher, sondern als Aussteller und Vortragender unterwegs. Von daher begann der Kongress für mich schon am Sonntag mit Anreise und Aufbau. Dank guter Vorbereitung auf allen Seiten, lief das ohne Probleme. Der wohl wichtigste Teil der Veranstaltung – Networking – begann schon während des Aufbaus am aretas Stand mit Rotwein und echtem Dresdner Christstollen. Nach zwei Nächten im Auto war unser Stollen schön kalt und kam richtig gut an ;-).

echter Dresdner Stollen auf dem itSMF Kongress 2013

echter Dresdner Stollen auf dem itSMF Kongress 2013

Zukunftstrends

Wenn ich das Konferenz- und Ausstellungsprogramm betrachte, scheinen die Zukunftstrends

  • Automatisierung
  • Data bzw. Process Mining
  • Servicekatalog und Servicedefinition

zu sein.

Was ist Process Mining? Böse ausgedrückt: ein anderes Wort für Reporting. Politisch korrekt ausgedrückt, handelt es sich um eine Technologie, die aus den Daten eines ITSM-Systems die tatsächlichen Prozesse rekonstruiert. Somit lässt sich die Abweichung vom Sollzustand ermitteln. Klingt nach einer interessanten Möglichkeit, einen Verbesserungsprozess mit sinnvollen Daten zu füttern. Ich bin gespannt auf die ersten Projekte mit richtigen Kundendaten.

Projektaward

Eine große Enttäuschung war der diesjährige ITSM-Projekt Award. Zitat von der Hompage des itSMF: “Der Award für das beste IT Service Management-Projekt wird der Organisation verliehen, die – in den Augen der Jury – das erfolgreichste und herausfordernste IT Service Management-Projekt in 2013 abgeschlossen hat.” Die Gewinner der letzten Jahre:

Aus meiner Sicht alles würdige und anspruchsvolle Projekte aus dem Bereich IT-Servicemanagement.
In diesem Jahr waren nominiert (Wiedergabe aus meiner Erinnerung):

  • Bechtle mit einem Projekt zur Standardisierung des Projektmanagements auf Basis Prince2
  • Microsoft Education Helpdesk an einer Universität
  • Einführung von Celonis Orchstra bei der Fiducia IT AG

Alle drei Projekte haben aus meiner Sicht nicht viel mit ITSM zutun. Das war für mich und andere Teilnehmer sehr befremdlich. Gewonnen hat die Fiducia. Dazu folgender Tweet:

Ich denke, dass ich nächstes Jahr selbst ein Projekt einreichen werde – vielleicht fehlte anderen einfach der Mut, um bessere Projekte einzureichen.

Fazit

Der Kongress hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl: Viele meiner Kontakte, die ich bisher online pflegte, konnte ich persönlich kennenlernen und wir hatten einen interessanten Austausch. Genauso mit alten Bekannten, die ich endlich mal wieder gesehen habe. Auch müssen einige der Vorträge richtig gut gewesen sein – andere waren wohl nur reine Werbeveranstaltungen der Aussteller.
Das Format der Birds of a Feather Sessions fand ich klasse: Ein runder Tisch, 12 Stühle und ein Thema. Alle Teilnehmer diskutieren dieses unter Führung eines “Leiters”. Viele interessante Themen waren dabei. Bei Prof. Dr. Martin R. Wolf von der FH Aachen reichten die Stühle zum Thema “Wie viel ITSM brauchen kleine, mittlere und große Unternehmen?” gar nicht aus.
Enttäuscht war ich von der Teilnehmerzahl. Ich hatte gedacht, dass die Leitveranstaltung für ITSM in Deutschland wesentlich mehr Menschen anzieht. Das muss wohl in den vergangenen Jahren auch der Fall gewesen sein.

Mein absolutes Highlight, war folgender Tweet:

Auf jeden Fall ein großes Danke und Kompliment an die Organisatoren und den Vorstand: Es war eine gelungene Premiere in der neuen Struktur. Gern möchte ich meinen Beitrag leisten, dass es nächstes Jahr wieder mehr Menschen aus unserer Branche interessiert!

Wie hat Euch der Kongress gefallen?

Robert Sieber
 

Robert Sieber ist Ex-CIO, Podcaster und Servicenerd. Seine Vision ist eine interne IT, die sich genauso einfach buchen, nutzen und bezahlen lässt, wie die Fahrt mit dem Taxi. Als Berater und Coach packt er ganz praktisch und pragmatisch bei seinen Kunden an, um echte Serviceorientierung zu dauerhaft zu etablieren. Robert Sieber vertritt einen pragmatischen und geschäftsfokussierten Weg für Service-Management. Als Berater sind für ihn gesunder Menschenverstand und offene Kommunikation wichtiger als Frameworks und Best Practices.

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