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So führen Sie ein CMDB-Projekt zum Erfolg (Teil 1)

Meiner Erfahrung nach lassen sich CMDB-Projekte zum Erfolg führen! Ich möchte hier einen Weg beschreiben, den ich für sinnvoll erachte. Dieses Post knüpft an mein ersten Blogpost an. Da schrieb ich, dass viele Projekte mit dem Satz “Wir wollen eine CMDB einführen.” starten – das sich dann entspinnende Gespräch, lässt sich im Post nachlesen.

Das “Geheimnis” liegt darin, nicht ein CMDB-Projekt (Configuration Management Database) durchzuführen, sondern den dahinter liegenden Nutzen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Konfigurationsdatenbank ist ein Werkzeug. Kein Maurer würde sich eine Kelle kaufen, nur weil er denkt er braucht eine Kelle.

Das Wichtigste: erfahrbaren Nutzen definieren

Die entscheidende Frage am Anfang: „Welche Fragen soll die CMDB beantworten“. Eine CMDB soll die alltäglichen Fragen im IT-Betrieb und den Planungsprozessen beantworten. Dazu muss sie über die richtigen Daten und Verbindungen mit entsprechender Aktualität verfügen. Aus den Fragen leiten sich Struktur und Inhalt ab. Der Aufbau erfolgt zielgerichtet. Nutzen des Werkzeugs wird so schnell spürbar.

Nutzensszenarien einer CMDB

Eine CMDB bedient vielfältige Einsatzszenarien – die CMDB-Serie beleuchtet den Weg dahin.

Die zweite Frage lautet: „Welches Ziel soll mit der Einführung einer CMDB erreicht werden?“ Das Erreichen des Ziels soll für die einzelnen Interessensgruppen (Stakeholder) erfahrbar / spürbar ist. Das gelingt nicht immer. Die Ziele sollten dann wenigstens messbar sein. An den Antworten richtet sich das Projekt aus. Die Definition der messbaren bzw. erlebbaren Ziele ist der erste Schritt. Danach wird festgelegt in welchen Stufen dies erreicht werden soll und welche Methoden angewendet werden. Erst dann kann die Konzeptionsphase starten.

Damit herausfinde, wo der Nutzen für die Anwender liegt, verwende ich einen Fragebogen mit 19 Fragen. Diese Fragen kannst Du Dir runterladen:

19-fragen-cmdb

CMDB beantwortet Fragen

Eine CMDB oder ein Configuration Management System (CMS) beantwortet Fragen, die beim Erbringen von IT-Diensten bzw. in den einzelnen IT-Prozessen entstehen. Für das Störungs- bzw. Incident-Management können das Folgende sein:

  • Wer ist der zuständige Administrator?
  • Wie erreiche ich den Support des Herstellers?
  • Welche IT-Dienste sind von der Störung betroffen?
  • Wo finde ich die Disaster-Recovery Anleitung?

Das Änderungs- bzw. Change-Management fragt nach ähnlichen, aber auch ganz andere Informationen:

  • Was passiert, wenn wir das Gerät außer Betrieb nehmen?
  • Kann der Change in der geplanten Zeit durchgeführt werden?
  • Wer muss über den Change informiert werden?
  • Welche Störungen oder Probleme werden durch den Change gelöst?

Die Antworten sollen Sicherheit geben. Sie sollen dafür sorgen, dass in Stress- und Planungssituation schnell die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Möglich wird dies durch eine, auf die eigene Situation, zugeschnittene CMDB-Struktur. Dazu gehört das individuelle Metamodell:

  • die Kategorien in denen die IT- und nicht-IT-Objekte verwaltete werden
  • die zugehörigen Attribute
  • Beziehungen zwischen den Kategorien
CMDB enthält nur die individuell relevanten Informationen

CMDB liefert die relevanten Informationen zu einem Objekt

Diese festzulegen ist der erste Schritt im Konzept. Es soll eine Struktur für den Start sein. Anpassungen im Projektverlauf und im Betrieb sind ganz normal. Sie sind ein Zeichen, dass das Werkzeug auch richtig genutzt wird.

Das Metamodell beruht vor allem auf den Fragen, die zukünftig beantwortet werden sollen. Es ergeben sich die Objekte, die verwaltet werden müssen deren Eigenschaften sowie die Beziehungen zwischen ihnen. Weiterhin hat es sich als nützlich erwiesen die zukünftige Nutzer zu fragen, in welchen Situationen sie welche Informationen benötigen. Nehmen Sie sich dazu ein Szenario zur Hand:

  • Welche Informationen werden in der Bereitschaft benötigt?
  • Welche Informationen haben gefehlt, um den Ausfall letzte Woche schneller zu beheben / zu vermeiden?
  • Was müssen Sie wissen, um Störungen nach Änderungen (Changes) zu vermeiden?

Diese Szenario ist Ihr Startpunkt für den ersten Teil des Projektes. So wird der Nutzen erlebbar!

Wie Sie möglichst mit geringem Aufwand all die Informationen aktuell halten, und warum eine Integration in die ITSM Prozesse sinnvoll ist, erfahren Sie im zweiten Teil. Bis dahin bin ich gespannt auf Ihre Erfahrungen und Tipps rund um die CMDB. Nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion.

Bildquellen/Copyright:

  • Nutzensszenarien-CMDB: Robert Sieber | CC BY NC ND 4.0
  • 19-fragen-cmdb: Robert Sieber
  • CMDB Informationen: Robert Sieber | CC BY NC ND 4.0
  • CMDB Titelbild: Image courtesy of watcharakun at FreeDigitalPhotos.net
Robert Sieber
 

Robert Sieber ist Ex-CIO, Podcaster und Servicenerd. Seine Vision ist eine interne IT, die sich genauso einfach buchen, nutzen und bezahlen lässt, wie die Fahrt mit dem Taxi. Als Berater und Coach packt er ganz praktisch und pragmatisch bei seinen Kunden an, um echte Serviceorientierung zu dauerhaft zu etablieren.Robert Sieber vertritt einen pragmatischen und geschäftsfokussierten Weg für Service-Management. Als Berater sind für ihn gesunder Menschenverstand und offene Kommunikation wichtiger als Frameworks und Best Practices.

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